Kafedeyim

30 Mayıs 2026

Digitale Speisekarte erstellen: das Handwerk hinter der QR-Karte

Kategorien, 120 Zeichen Beschreibung, sinnvolle Tags, Fotos bis 5 MB und der Versteckt-Schalter um 21 Uhr — so baust du eine QR-Karte, die Gäste wirklich lesen.

Eine digitale Speisekarte erstellen ist bei Kafedeyim schnell erledigt — aber eine gute zu bauen ist Handwerk. Der Unterschied zwischen einer Karte, die Gäste durchscrollen, und einer, die sie lesen, steckt nicht in der Technik. Er steckt in Kategorien, Wortwahl, Tags und der Frage, welches Gericht ein Foto verdient. Hier ist, wie wir es machen würden, wenn es unser Café wäre.

Kategorien: lieber sechs klare als zwölf schlaue

Kategorien und Gerichte sind unbegrenzt. Genau deshalb ist Disziplin nötig — niemand hindert dich an siebzehn Kategorien, und niemand außer deinen Gästen bezahlt dafür.

Auf dem Handy sind Kategorien Reiter oben. Zu viele Reiter heißt: seitlich wischen, um „Kuchen“ zu finden. Ein Wiener Kaffeehaus kommt meistens mit sechs aus: Kaffee, Kalte Getränke, Frühstück, Kleine Karte, Kuchen & Torten, Wein & Bier.

Sortiere so, wie bestellt wird — nicht alphabetisch. Um 9 Uhr will niemand zuerst die Weinkarte sehen.

Speisekarte Inhalt: Name kurz, Beschreibung 120 Zeichen

Jedes Gericht hat einen Namen, eine Beschreibung (maximal 120 Zeichen pro Sprache), Preis samt Währung, optional ein Foto, Tags und einen Aktiv/Versteckt-Schalter. Mehr Felder gibt es nicht. Das ist die halbe Miete beim Thema Speisekarte Inhalt: Die Grenze zwingt dich zur Entscheidung.

120 Zeichen sind ungefähr dieser Satz hier plus ein bisschen. Kein Platz für Poesie. Nutze sie für das, was der Gast wirklich wissen will:

  • Was drin ist, wenn der Name es nicht verrät: „Doppelter Espresso, samtige Mikroschaum-Milch, 200 ml“
  • Woher es kommt, wenn das dein Ding ist: „Bohnen von der Rösterei zwei Straßen weiter“
  • Wie groß, wie scharf, wenn Gäste sonst fragen müssen: „Reicht für zwei, ehrlich“

Weglassen: „lecker“, „hausgemacht mit Liebe“, „unser Klassiker“. Das schreibt jeder, es transportiert null Information.

Und wenn ein Name selbsterklärend ist — „Cappuccino“, „Apfelsaft“ — lass die Beschreibung leer. Eine leere Zeile ist besser als eine Füllzeile.

Preis und Währung

Preise werden pro Inhaltssprache formatiert. Heißt für dich: 4,20 € steht als 4,20 € da, mit Komma, wo ein Komma hingehört.

Du kannst bis zu drei Menüsprachen führen, aus acht verfügbaren; auf der Menüseite gibt es einen Sprachumschalter. Für ein Café in Berlin-Neukölln sind Deutsch und Englisch meistens genug. Drei Sprachen bedeuten drei Beschreibungen pro Gericht — pflege lieber zwei richtig als drei halb.

Die sieben Tags: maximal sechs, sinnvollerweise ein oder zwei

Die Liste ist fix: new, popular, vegan, vegetarian, glutenfree, spicy, chef. Pro Gericht sind bis zu sechs erlaubt.

Sechs zu vergeben ist trotzdem fast immer ein Fehler. Tags sind Signale, und Signale funktionieren nur, wenn sie selten sind. Wenn jedes zweite Gericht „beliebt“ ist, ist keins beliebt.

Unsere Faustregeln:

  • vegan, vegetarisch, glutenfrei, scharf sind Fakten. Setze sie überall, wo sie stimmen — jedes Mal. Halb gepflegte Diät-Tags sind schlimmer als gar keine, weil jemand darauf vertraut.
  • beliebt höchstens für drei bis fünf Gerichte der ganzen Karte. Nimm die aus deiner Kassenauswertung, nicht aus dem Bauch.
  • neu gehört ein Ablaufdatum in den Kopf. Nach vier bis sechs Wochen ist nichts mehr neu — Tag raus.
  • Chef-Empfehlung ist deine Stimme. Ein, maximal zwei Gerichte. Genau dafür ist das Ding da.

Fotos: max. 5 MB, JPEG, PNG oder WebP — und bitte nicht überall

Das Limit ist 5 MB pro Bild, erlaubt sind JPEG, PNG und WebP. Ein Handyfoto liegt locker darunter.

Die schwierigere Frage ist nicht das Format, sondern: Welches Gericht verdient ein Foto? Das, bei dem das Bild die Entscheidung kippt — der Kuchenteller mit drei Schichten, der Salatteller, bei dem Gäste ohnehin nach der Größe fragen, das Frühstücksbrett.

Kein Foto braucht: Cappuccino, Cola, Mineralwasser. Ein mittelmäßiges Bild von etwas, das jeder kennt, macht die Karte länger und schlechter.

Noch ein ehrlicher Hinweis zum Thema Menü Fotos: Sie wirken gnadenlos vergleichend. Haben zehn Gerichte ein Bild und zwei nicht, stehen die zwei wie Nachzügler da. Entweder alle in einer Kategorie oder bewusst nur die Handvoll Stars — und schieß sie am Fenster bei Tageslicht, nicht abends unter der Deckenlampe.

Der Schalter für 21 Uhr

Jedes Gericht hat Aktiv oder Versteckt. Der Käsekuchen ist um 21 Uhr weg? Ein Klick im Menü-Tab, versteckt, fertig — kein Löschen, kein Neuanlegen. Morgen früh stellst du ihn zurück auf aktiv.

Klingt banal, erspart deinem Personal aber jeden Abend fünf Mal denselben Satz.

Kein Warenkorb — und das ist Absicht

Die Karte ist bewusst reine Ansicht: kein Warenkorb, keine Bestellung, keine Zahlung. Es ist eine Speisekarte, keine Lieferapp.

Wir haben uns das nicht gespart, wir haben es entschieden. Sobald ein Warenkorb im Spiel ist, brauchst du Bestellstatus, Stornos, Zahlungsabgleich und jemanden, der auf ein Tablet in der Küche schaut — dein Personal bedient dann Software statt Tische. Der Kellner, der zum Tisch kommt, ist im Café kein Mangel, sondern der Kern der Sache.

Auf Gästeseite bleibt deshalb nur, was zum Lesen gehört: Kategorie-Reiter oben, ein Suchfeld daneben. Wer „glutenfrei“ oder „Latte“ tippt, ist in zwei Sekunden da.

Loslegen

Die komplette Karte ist in jedem Tarif kostenlos: unbegrenzt Kategorien und Gerichte, Fotos, Preise, Tags, bis zu drei Sprachen. Nichts davon liegt hinter Pro.

Schau dir das Beispiel-Lokal an — echt und voll gefüllt. Dann melde dein Café kostenlos an: Name, E-Mail, Land. Kein Passwort, keine Kreditkarte — ein sechsstelliger Code per Mail, und du hast deine feste Adresse, die sich nie ändert.

Danach gehören die Tische wieder den Gästen. Und wenn es an einem still wird, liegen 28 Spiele einen QR-Scan entfernt.

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